In der Arbeit werden neue Anglizismen im Deutschen und Schwedischen in der Periode 1945-1989 aus einer kontrastiven Perspektive untersucht. Dabei werden v.a. die folgenden zwei Erscheinungen studiert: 1. Die Wahl des Transferenztyps, "Adoption" (Übernahme der L2-Form) oder "Reproduktion" (Substitution der L2-Form), 2. Die phonologische, graphematische bzw. morphologische Integration der adoptieren Anglizismen. Als Materialgrundlage dienen Belegkorpora von insgesamt etwa 1300 Anglizismen der jeweiligen Sprache. Die Untersuchung zur Wahl des Transferenztyps unter den in beiden Sprachen vorkommenden Anglizismen hat Folgendes ergeben: Im schwedischen Material kommt, wie auch hypothetisch angenommen wurde, die Reproduktion als Transferenxstrategie häufiger vor als im deutschen. Die Wahl der Reproduktion im Schwedischen wird durch gewisse Schwierigkeiten bei der Integration der adoptierten Transferate ins morphologische System, v.a. im substantivischen Bereich, begünstigt (der Gebrauch der suffigierten bestimmten Artikel). Im deutschen Material dagegen sind strukturell bedingte, die Reproduktion begünstigende Integrationsprobleme nur selten zu belegen, was sicher zum höheren Anteil der Adoption im deutschen Material beigetragen hat. Die in der Arbeit aufgestellte Hypothese, die adoptierten Anglizismen seien im Schwedischen im höherem Grade phonologisch, graphematisch und morphologisch integriert konnte nicht bestätigt werden. Eine generell stärkere Tendenz zur Integration ist im schwedishen Material nicht zu beobachten. In gewissen Bereichen ist aber die Integration im Schwedischen etwas weiter gegangen als im Deutschen: Wortakzentuierung, grapho-phonematische Integration, Pluralbildung der Substantive.
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